Spendendose im Fußgänger in der Südvorstadt

In der schicken Schuhmacherei für Maßschuhe – dem „Fußgänger“ in der Feinkost – steht auch eine Spendendose von Dazusetzen.

  • Karl-Liebknecht-Str. 36, 04107 Leipzig
  • Öffnungszeiten:
    • Mo. – Fr. 10:00 – 19:00 Uhr

Wo sind die ganzen Spendendosen ?
Wenn ihr einen Ort vermisst oder uns etwas mitteilen wollt: Kontaktiert uns!

Pressemitteilung der Kampagne „Dazusetzen“ vom 4. Mai 2017

Ein Jahr nach der Sitzblockade des 2. Mai 2016 zeigen Leipziger*innen Solidarität

Die Solidaritätskampagne „Dazusetzen“ erinnert an den 2. Mai 2016 und organisiert Solidarität – praktisch und als politisches Zeichen. Mehr als 120 Personen unterschrieben den Aufruf, für drei Betroffene konnten bereits Spendengelder eingesammelt werden.

Am 2. Mai jährt sich der Tag, an dem hunderte Leipziger*innen ein starkes Zeichen gegen Menschenfeindlichkeit setzten – und sich selber auf die angekündigte Marschroute des Leipzger PEGIDA-Ablegers. Der stetige Protest war einer der Gründe, weshalb das neofaschistische Bündnis Anfang Januar 2017 aufgab. Doch vorbei ist es für 163 Teilnehmer*innen der friedlichen Sitzblockade am 2. Mai 2016 noch nicht: Ihre Zivilcourage wird durch Polizei und Behörden als Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat behandelt.

„Insgesamt ist eine Strafsumme von über 50.000 Euro aufgelaufen“, berichtet Sascha Kaur für „Dazusetzen“, „Die Bußgeldforderungen der Stadt Leipzig beginnen bei 300 €. Bei einer Spanne zwischen Null und 500 € ist dies überdurchschnittlich hoch. Und ein Skandal, bedenkt man, dass noch einige Strafbefehle hinzukommen und die Sitzblockade die LEGIDA-Demonstration nicht verhindern konnte.“

„Dazusetzen“ veranstaltet seit Mitte März Solidaritätsaktionen und sammelt Unterschriften. „Wir sind sehr erfreut, mit wie viel Hilfsbereitschaft und ehrlicher Anteilnahme sich die Menschen uns zuwenden“, berichtet Kaur, „Offenbar sind deutschlandweit sehr viele Bürger*innen mit dem Handeln der Stadt nicht einverstanden und formulieren dies auch klar gegenüber der Stadtspitze.“ Im Rahmen einer Briefaktion sind mehrere offene Briefe bei Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) eingegangen, verfasst von Personen aller Altersklassen, Schichten und Professionen. Kaur erklärt: „Uns ist klar, dass nicht alle Leute selber in einer Blockade sitzen möchten. Wir wissen aber auch, dass viele Leipziger*innen heilfroh darüber sind, dass LEGIDA durch die friedlichen Gegenproteste zermürbt wurde. Das sind die Menschen, die sich nun dazusetzen.“

Auch die Spendenaktionen zur finanziellen Unterstützung der Betroffenen sind gut angelaufen, erzählt Sascha Kaur: „Wir hoffen nicht auf die großen Geldgeber, sondern wollen vielmehr in der ganzen Stadt präsent sein. Kleine, selbstgebastelte Spendendosen an vielen Orten und viele kleine Münzen sind es, die sagen ‚Ich hätte mich dazugesetzt‘. Wir wissen, dass die Leipziger in den Protesten breit vertreten waren. Nun hoffen wir darauf, dass diese Breite uns weiterhin unterstützt.“ „Dazusetzen“ zählt dabei auf Eigeninitiative und Kreativität und ist offen für vielfältige Aktionen, die in regelmäßigen Treffen abgestimm und geplant werden können.

Lieber wäre den Aktivist*innen natürlich, dass alle Strafbefehle fallengelassen werden. „Das ist unser eigentliches Ziel: Ein Einlenken der Ordnungsbehörde und OBM. Es herrscht eine Atmosphäre der Unsicherheit. Wenn friedlicher, entschlossener Protest derart drakonisch unter Strafe gestellt wird, ist das ein fatales Signal für zukünftige Gegendemonstrationen. Wir gehen davon aus, dies auch den Stadtoberen vermitteln zu können, denn schließlich haben wir alle dasselbe Ziel: Eine lebenswerte Stadt für alle Menschen zu gestalten, in der keiner wegen seiner Herkunft, Religion, Lebensweise oder seines Aussehens Angst haben muss.“

Um zukünftige Aktionen und weitere Möglichkeiten zur Sammlung von Spenden zu beraten, lädt die Kampagne zum mittlerweile fünften Treffen ein. Dieses Treffen findet am Dienstag, dem 09.05.2017 um 19:00 Uhr im Werk II (Halle D) statt. Dort können sich Interessierte auch die frisch eingetroffenen Flyer der Kampagne abholen. Außerdem sollen in Arbeitsgruppen die nächsten Schritte geplant werden.

Anbei finde Sie einige Fotos zur Kampagne zu ihrer freien Verwendung.

Unter http://dazusetzen.de/karte finden Sie eine Übersicht, wo bisher Spendendosen im Leipzziger Stadtgebiet aufgestellt wurden. Auf der Seite unter http://dazusetzen.de/briefe können Sie eine Übersicht zu bisher veröffentlichten offenen Briefen an OBM Jung und die Stadt Leipzig entnehmen.

2. Mai 2017: LEGIDA ist Geschichte – die Sorgen bleiben

Die meisten Leipziger sind glücklich darüber, dass der hiesige PEGIDA-Ableger nur eine Anekdote blieb. Die politische Leere, die mit konfuser Fremdenfeindlichkeit gefüllt werden sollte, zeigte am Ende überdeutlich, wie zerstritten und uneins das rechte Lager der „Besorgten Bürger“ ist. Zahlenmäßig den Gegendemonstranten stets unterlegen, gab man Anfang des Jahres nach fast 24 Monaten entnervt auf. Doch vorbei ist es für 163 Menschen noch lange nicht. Während einer Sitzblockade wurden sie vor einem Jahr von der Polizei angezeigt und aktuell vor den Gerichten verhandelt.

„Insgesamt ist eine Strafsumme von ungefähr 50.000 Euro aufgelaufen“, meint Sascha Kaur für die Initiative „Dazusetzen“, deren Ziel es ist, die Betroffenen bei den Gerichtsverfahren zu unterstützen. Bemerkenswert ist die Höhe der Forderungen: In der Regel werden, sollte überhaupt eine weiterführende Strafverfolgung stattfinden, Ordnungsgelder zwischen Null und 500 € verhangen. Im Fall des 2. Mai 2016 geht man über den Durchschnitt dieses Satzes hinaus. „Unseren Informationen zu Folge beginnen die Forderungen bei 300 Euro. Manchen wurden auch Strafbefehle mit vierstelligen Summen zugestellt“, so Kaur.

Darüber hinaus geht man auch mit der Stadt Leipzig streng ins Gericht, die sich auf der einen Seite als „weltoffen“ präsentiert und stolz darauf ist, keine Entwicklung wie Dresden durchgemacht zu haben, wo heute noch Woche für Woche knapp 2000 PEGIDA-Demonstranten die Innenstadt lahmlegen. Andererseits wird jedoch Menschen, die sich aktiv gegen das demokratiefeindliche Bündnis gestellt haben, der Prozess gemacht – obschon die damalige Sitzblockade den LEGIDA-Zug nicht aufhielt sondern lediglich für einige Minuten stocken ließ.

„Dazusetzen“ will es hingegen nicht beim Schimpfen im Internet belassen. Seit zwei Monaten veranstaltet die Initiative Spendensammlungen, Solidaritäts-Feste und andere Aktionen. Auf der Internetseite des Bündnisses haben bisher mehr als 120 Personen einen Unterstützer-Aufruf unterschrieben und sich auf diese Weise solidarisch gezeigt. „Wir sind vollkommen überrascht, mit wie viel Hilfsbereitschaft und ehrlicher Anteilnahme sich die Menschen uns zuwenden. Offenbar sind deutschlandweit sehr viele Bürger und Bürgerinnen mit dem Handeln der Stadt nicht einverstanden und formulieren dies auch klar gegenüber der Stadtspitze“. Im Rahmen einer Briefaktion sind bereits mehrere offene Briefe bei Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) eingegangen, verfasst von Personen aller Altersklassen, Schichten und Professionen. „Uns ist klar, dass nicht alle Leute diese Aktionsform selbst durchführen würden. Wir wissen aber auch, dass viele Leipziger heilfroh darüber sind, dass LEGIDA durch die friedlichen Gegenproteste zermürbt wurde.“

Auch die Spendenaktionen, die letztlich der materiellen und juristischen Unterstützung der Betroffenen dienen sollen, werden laut „Dazusetzen“ sehr gut angenommen. „Wir bauen nicht auf die eine, große Zuwendung“, so Kaur. „Unser Ziel ist es, in der ganzen Stadt präsent zu sein. Kleine selbst gebastelte Spendenbüchsen, überall, und jede Münze ein Zeichen: ‚Ich hätte mich dazu gesetzt!‘. Wir wissen, dass die Leipziger in den Protesten breit vertreten waren. Nun hoffen wir darauf, dass diese Breite uns weiterhin unterstützt“. Konkrete Zahlen zu nennen, ist schwierig. „Aber vielleicht so viel: Wir können nach der kurzen Zeit schon wenigstens drei Betroffenen vollständig helfen. Das ist nicht viel – aber ein Signal dafür, dass Wenige Vieles schaffen können, wenn man sie unterstützt statt zu bestrafen. Sei es auf der Straße oder hier.“

Lieber wäre den Aktivisten natürlich, dass alle Strafbefehle fallengelassen werden. „Das ist unser eigentliches Ziel: Ein Treffen mit Ordnungsbehörde und OBM. Es herrscht eine Atmosphäre der Unsicherheit. Wenn friedlicher, entschlossener Protest derart drakonisch unter Strafe gestellt wird, ist das ein fatales Signal für zukünftige Gegendemonstrationen. Wir gehen davon aus, dies auch den Stadtoberen vermitteln zu können, denn schließlich haben wir alle dasselbe Ziel: Eine lebenswerte Stadt für alle Menschen zu gestalten, in der keiner wegen seiner Herkunft, Religion, Lebensweise oder seines Aussehens Angst haben muss.

Dazusetzen bei „Leipzig. Courage zeigen. 2017“

„Dazusetzen & Courage Zeigen“? – Warum nicht, denn beim diesjährigen „Leipzig. Courage Zeigen.“ gibt es die Möglichkeit, sich dazuzusetzen.

Wir freuen uns, am 30.04.2017 ab 16:00 Uhr auf dem Leipziger Marktplatz neben weiteren Initiativen und Gruppen zu stehen, die sich in und um Leipzig für Zivilcourage einsetzen und natürlich vor allem darauf, viele Menschen zum #dazusetzen anzuregen!

Diese Möglichkeit wollen wir nutzen, um in die Stadt zu tragen, warum wir uns dazusetzen und weshalb das auch fast ein Jahr nach der größten Sitzblockade gegen Legida am 2. Mai 2016 notwendig ist. Selbstverständlich wird es Möglichkeiten geben, sich direkt vor Ort dazuzusetzen! Die Betroffenen können ganz praktisch mit einer kleineren oder größeren Geldspende direkt bei uns oder nebenan, am Stand der Antifaschistischen Herzigkeit, unterstützt werden. Wer an den Tag und sein #dazusetzen erinnert werden möchte und es vielleicht auch in die Öffentlichkeit tragen will, kann dies bei unserer Fotoaktion tun und direkt ein Bild von sich, seiner Botschaft und natürlich lieben Freund*innen mit nach Hause nehmen.

Also: Vorbeikommen lohnt sich! Setzt euch dazu!

Viertes Treffen der Solidaritätskampagne „Dazusetzen“

Die ersten Solitresen sind leer getrunken, die ersten Spendendosen gefüllt – wie geht es nun weiter?

In unserem nächsten Treffen wollen wir uns über kommende Aktionen und Demonstrationen unterhalten. Ein weiteres großes Thema wird die Vernetzung verschiedener Solidaritätsaktionen: Bestimmt habt ihr schon von den Briefen an Oberbürgermeister Jung gehört? Da geht sicherlich noch mehr.

Außerdem – und hier wird es vor allem für Betroffene interessant – soll gegen das Vorgehen der Behörde am 2. Mai 2016 geklagt werden.

Es gibt viele Themen und Möglichkeiten, sich einzubringen! Also kommt vorbei und setzt euch dazu! Das Treffen startet am 18. April 2017 um 19:00 Uhr. Wo, das steht leider erst am 18.4. fest, aber wir versprechen euch, dass der Ort gut erreichbar ist.
Das Treffen findet im Liebknechthaus, Braustraße 15 statt.

Das erwartet euch

Vorstellung & Ist-Stand

  1. Aktionen
  2. Klagen
  3. Briefe & Petitionen
  4. Soliaktionen, Spendendosen, Solipartys & Solitresen

Spendendose im Atari in Reudnitz

Auch das Atari (Kippenbergstraße 20, 04317 Leipzig) beherbergt nun eine unserer Spendendosen!

Im Atari finden ständig coole Veranstaltungen statt – schaut doch mal auf der Website oder Facebookseite vorbei!

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Spendendose in der Bambule in Lindenau

Solidarität ist unsere Waffe – und die Bambule macht mit!

Den „Autonomen Gemischtwarenladen“ findet ihr in direktester Nachbarschaft des Interim.

  • Demmeringstraße 32, 04177 Leipzig
  • Öffnungszeiten:
    • Dienstag bis Freitag: 14:00 – 19:00
    • Samstag: 13:00 – 17:00

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Spendendose im Ahoi Lindenau

Im Späti „Ahoi Lindenau“ gibt’s jetzt auch eine Spendendose!

Schaut mal auf Facebook vorbei, welche leckeren Getränke und Bioprodukte dort zu finden sind.

  • Merseburger Straße 38b, 04177 Leipzig
  • Öffnungszeiten: Täglich 10:00 bis 23:00

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Spendedose in der Vleischerei in Plagwitz

Im veganen Imbis/Bürger/Vöner/Gyrosz/Bio-Fritten-Laden – der Vleischerei gibt es jetzt auch eine Spendendose.

Laut Facebook kann man dort Lässige Kleidung tragen!

  • Zschocherschestraße 23, 04229 Leipzig
  • Öffnungszeiten:
    • Mo. – Do. 12:00 – 23:00 Uhr
    • Fr. + Sa. 12:00 – 0:00 Uhr
    • So. 12:00 – 22:00 Uhr

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Spendendose im Kulthum in Lindenau

Im Kulthum gibt es jetzt auch eine Spendendose.

Das Kulthum ist eine non-commercial-vegan-feminist-safe-space-Bar. ALL are welcome 🙂

  • Demmeringstraße 74, 04277 Leipzig
  • Öffnungszeiten:
    • Di ab 19:00 Uhr
    • Mi ab 19:00 Uhr
    • Fri ab 21:00 Uhr
    • So. ab 15:00 Uhr

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